Stele 8
Vorburg Schloss Hardenberg

Das Ensemble von Schloss Hardenberg mit Hauptgebäude, Wehrtürmen, Mauerresten, vorgelagerter Vorburg und Mühlenhaus stellt eine relativ gut erhaltene traditionelle Form der befestigten Wasserburganlage des 14. bis 17. Jahrhunderts dar.

Historischer Weg Neviges - Vorurg Schloss HardenbergDie als Vorburg bezeichneten Wirtschaftsgebäude in einer zur Hauptburg hin geöffneten und ursprünglich mit zwei südlichen Ecktürmen bewehrten Dreiflügelanlage waren durch Mühlenteich und Wassergraben geschützt und über seitliche Mauerabschnitte mit der Ringmauer des Schlosses verbunden. Über den Durchgang in der Mitte des Südflügels erreichten die Schlossbewohner den Weg in das Dorf Neviges. Als Entstehungszeit für den Großteil der Bauten ist durch die Zahlen der Maueranker am Südflügel und eine Balkeninschrift im Inneren das Jahr 1680 angegeben.

1726/27 wurde der Westflügel durch einen aus Ziegel- und gehauenen Steinen errichteten Bau erweitert. Nach einer Aufstellung von 1802 befinden sich in der Vorburg ein Wohnhaus, ein Brauhaus, Pferde- und Kuhstall, eine Scheune sowie eine Remise. 1836 wird der Fachwerkbau des Westflügels als Brauhaus bezeichnet, an das 1842 ein zweigeschossiges Gebäude mit Steinen des gerade abgebrochenen Torturms als Wohnung für den Brauereibesitzer angebaut wurde. Ein 100 Fuß langer Felsenkeller entstand 1846 als Kühlraum im Berg an der hinteren Seite des Westflügels.

Später wurden Teile der Vorburg von den Inhabern der Schlossgaststätte genutzt. Von 1932 bis 1957 war die Vorburg ein Bauernhof, der die Felder des gräflichen Grundbesitzes bewirtschaftete, der 1950 durch Verkauf an die Stadt Neviges überging. An den Vorburggebäuden wurden seit 1980 mit Unterbrechungen umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt.

Das Mühlenhaus an der Straße entstand 1842, nachdem der Vorgängerbau aus Fachwerk abgerissen worden war. Es wurde mit dem Steinmaterial des niedergelegten Torturms und des Mühlentorhauses erbaut und mit zwei Wasserrädern ausgestattet. Diese Schlossmühle (oder auch Oberste Mühle genannt) war ursprünglich eine Zwangsmühle mit einem angestellten Müller, betrieben von den Hardenberger Herren, die sie dann ab 1697 für die hohe Summe von jährlich 500 Talern verpachteten. Wenn sich auch nur bis 1874 Pächter nachweisen lassen, so war die Mühle doch bis 1934 in Betrieb, allerdings mit Elektromotor.

 

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