Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Daran beteiligten sich 15 Architekten. Anfangs waren es über 20. Doch einige steckten zurück, weil ihnen die Aufgabe zu groß erschien. Gefordert waren: Ein Modell im Maßstab 1:200, dazu Fotomontagen, detaillierte Pläne, die Konzeption von der Landschaft ausgehend. Zudem maßgerechte Ansichten aus allen Himmelsrichtungen, Statiken, Innenansichten, Trassenführungen, Zugänge, Material, Kosten usw. Man gab sechs Monate Zeit, die aber erheblich überschritten wurde. Aus einem Protokoll des damaligen Wallfahrtsleiters Pater Alois Serve: "Seit dem 17. Juli 1962 sind die Architekten an der Arbeit. Am Nachmittag dieses Tages begrüßte unser Pater Provinzial die Herren im Refektorium. Baurat Göbel vom Kölner Generalvikariat übergab den Herren dann die Wettbewerbsbedingungen und das Bauprogramm." Ursprünglich sollten die Entwürfe bis zum 3.November 1962 vorliegen. Da den Architekten der gewährte Zeitraum zu eng erschien, wurde der Zeitraum bis Januar 1963 verlängert.

Einige Wochen vor dem 17. Juli 1963 waren alle Entwürfe eingegangen, alle unter einer neutralen Nummer(Kennziffer). Im katholischen Vereinshaus wurden alle Entwürfe mit den dazugehörigen Zeichnungen im großen Saal montiert. Die Ausstellung dauerte 14 Tage und war für alle Interessenten zugänglich. Auch gab es fast stündlich Führungen und Erklärungen zu den einzelnen Entwürfen. Diese Ausstellung wurde sehr gut besucht.
Es beteiligten sich folgende Architekten:

1. Josef Lehmbrock, Düsseldorf
2. Alexander von Branca, München
3. Johannes Erahn, Frankfurt
4. Gottfried Böhm, Köln
5. Joachim Schürmann, Köln-Lindenthal
6. H. Brauns - R. Janischitz, Düsseldorf
7. Kurt Faber, Köln
8. Alfons Neuhaus, Düsseldorf
9. Manfred Adams, Düsseldorf
10. Eling - Fiedler, Ratingen
11. Wolfram Funke, Dortmund
12. Erwin Schiffer, Köln
13. Paul Schneider-Essleben, Düsseldorf
14. Burghartz, Essen-Bredeney
15. Camil Zupane, Ritstuga, Schweden

Die Beurteilung der eingereichten Arbeiten sollte durch ein Preisgericht erfolgen, das sich aus folgenden Herren zusammensetzte:

1. Dombaumeister Prof. Dr.-Ing. Weyres, Köln
2. Baurat Genuit, Stadt Neviges
3. Landeskonservator Prof. Dr. Wesenberg, Bonn
4. Erzdiözesanbaumeister Schloms, Köln
5. Regierungsbaumeister a. D. Fritz Schaller, Köln
6. Stadtbaurat a. D. Alfons Leitl, Rheydt
7. Pater Provinzial Michael Nordhausen, Düsseldorf
8. Pater Guardian Rufinus Reifenrath, Neviges
9. Pater Paschalis Ruez, Neviges
10. Bürgermeister Neuenhagen, Stadt Neviges
11. Stadtdirektor Willebrand, Stadt Neviges

als Vorprüfer: Baurat Dipl. Ing. Göbel, Köln

als Gäste: Herr Paaß und Herr Sparkassendirektor Schütze, beide Kirchenvorstand

als Schreibkraft: Fräulein Kaiser, Stadt Neviges.

Zum Vorsitzenden wurde Dombaumeister Prof. Dr. Ing. Weyres, Köln, gewählt.

Weitere Einzelheiten aufzuführen würde den Rahmen dieser Dokumentation eheblich sprengen. Ausführlichere Darstellungen sind zu finden in der "Rhenania Franciscana" (Zeitschrift der Ordensprovinz): 14. Jahrgang 1961, 4. S. 154 ff 15. Jahrgang 1962, 2. S. 77ff

Noch eine Notiz des Wallfahrtsleiters Pater Alois Serve aus dieser Zeit:
"Zwischendurch habe ich Verbindung mit Msgr. Pierre Marie Theas, dem Bischof von Lourdes aufgenommen, ob es wohl eine Aussicht habe, für unser neues Immaculata-Heiligtum aus der Erscheinungsgrotte zu Massabielle oder wenigstens aus dem mit ihr zusammenhängendem Massiv einen Stein zu erhalten. Am 6. April 1961 antwortet der Bischof 'Sehr gerne will ich Ihnen für die neue Kirche, die Sie zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis bauen, einen Stein aus dem Felsen der Erscheinungen überlassen. Sie möchten, dass dieser Stein der Grundstein für die künftige Kirche sei. Leider kann ich Ihnen aber keinen großen Stein überlassen. Von allen Punkten der Erde bittet man mich um Stücke aus dem Felsen von Massabielle und ich schlage Ihnen vor, den Stein, den ich Ihnen gebe, in den Grundstein der neuen Kirche einzufügen."' ("Rhenania Franciscana" 14) Dieser Stein wurde persönlich in Lourdes abgeholt, dann bei einer Gelegenheit mit nach Rom genommen und dort vom Heiligen Vater gesegnet. Am Christkönigsfest (29. Oktober 1961) brachten die Pilger der ältesten Prozession, die Dülmener, auch einen Grundstein, der von den Steinen ihrer Pfarrkirche St. Viktor stammte. Dieser Stein ist beim Bau in der linken Wand der Marienkapelle eingelassen. Er trägt die Inschrift: Mourdes - Dülmen".