Die "Hardenberger Rose"

Die großen Fenster des Mariendomes, entworfen von Prof. Gottfried Böhm, angefertigt von der Fa. Hein Derix in Kevelaer, zeigen alle bis auf zwei das Motiv der Rose.

Besonders die große rote Rose im linken Fenster der Sakramentskapelle ist in ihrer Leuchtkraft und Gestaltung so eindrucksvoll, dass sie zum Wahrzeichen der Wallfahrtskirche und so zur „Hardenberger Rose“ geworden ist.

Rosen sind neben Lilien als Symbole für das Wesen Marias auf dem Hardenberger Gnadenbild zu sehen. Seit der Antike ist die Rose auch ein Bild des Geheimnisvollen, in der christlichen Ikonographie wird sie schon früh zum Symbol des Paradieses (weiß – rosa candida) und des Martyriums der Kirche (rot), im Mittelalter vor allem zum Zeichen für Maria, der jungfräulichen Gottesmutter („rosa mystica“, „Rose ohne Dornen“), Gottfried Böhm deutet in seinen Fenstern mit dem Rosenmotiv das Mitwirken Marias an der Erlösungstat Christi an. So neigt sich im Ostfenster der Sakramentskapelle der göttliche Geist in der Farbe Rot auf die Rose herab: Eine symbolhafte Andeutung der Niederkunft des Gottessohnes in Maria, der "Magd des Herrn".

Das Fenster in der Marienkapelle zeigt eine verblühende, aufbrechende Rose, aus der ein Fischkörper hervorkommt: Ein Bild für die Selbsthingabe Marias, durch die der Gottessohn und Erlöser (hier im frühchristlichen Bild des Fisches) auf der Erde erscheinen kann.

Im großen Fenster des Altarraumes erblüht die Rose an einem baumartigen Rosenstock, der oben in einer Kreuzform endet: Ein Hinweis auf Maria als Mitleidende und Mitwirkende an der Erlösung der Menschheit durch Christus.

Das Motiv der Rose ist auch als Ornament zu finden in den farblosen Fenstern hinter den Emporen sowie auf der Wandmalerei von Markus Böhm in der Krypta (in Rot) und außen gegenüber der Kerzenkapelle (in Weiß). Rosenknospen zeigen sich zudem an den Enden der Kreuzbalken der Mariensäule und an den runden Spitzen der Sakramentssäule.