15) Wallfahrtskirche Velbert-Neviges
17) Wallfahrtskirche Velbert-Neviges

Im Anschluss an den Bau der Wallfahrtskirche erfolgte, wie vom Preisgericht verlangt, die architektonische Fassung des Pilgerweges, das heißt die Anlage des heiligen Bezirks. Die ursprüngliche Planung für das entsprechende Schwesternwohnheim vom 8. Mi 1967 stellt im Wesentlichen die Bebauung aus dem Wettbewerbsentwurf dar, die zweihüftig sein, unmittelbar an die Kirche anschließen und sich bis zur Klosterstraße und hinunter zum Kloster schlängeln sollte. (45) Von diesem Projekt ist nur ein relativ kurzer, einhüftiger, parallel zur Stützmauer an der Löher Straße verlaufender, zweimal geknickter Riegel mit zwei Geschossen übrig geblieben, der einen deutlichen Abstand zur Wallfahrtskirche aufweist. Er entstand in den Jahren 1969-73. (46) Mit seiner dem Geländeverlauf angepassten Abtreppung und den in im Obergeschoss halbrund vortretenden Erkern bildet das Schwesterwohnheim im Zusammenhang mit dem gepflasterten Weg, den gekurvten Treppen und den Straßenbäumen ein wichtiges Element zur räumlichen und visuellen Führung der Besucher zur Kirche. (Abb. 15)

Als zweites und letztes Glied der den Pilgerweg begleitenden Bauten entstand in der Verlängerung des Pilgerweges, nördlich des Schwesternwohnheims, 1971-73 der zweigeschossige Kindergarten. (47) Die Plastizität des Kindergartens ist im Vergleich zu den oben beschriebenen Bauten von Gottfried Böhm relativ zurückhaltend. Diese Reduktion darf nicht nur für sich gesehen werden, sondern muss im städtebaulichen Kontext wahrgenommen werden, (48) in dem der Kindergarten den Auftakt des architektonisch gefassten Pilgerweges bildet, dessen formaler Reichtum sich zunehmend steigert und schließlich in der Wallfahrtskirche kulminiert. (Abb. 17)

© 2009 Karl Kiem